IFR Demography Dashboard

Methodik

SO FUNKTIONIERT DAS IFR DEMOGRAPHY DASHBOARD


Das IFR Demography Dashboard ist ein Projekt des Instituts für Remigration.

Das Institut betrachtet die Bewahrung einer einheimischen Mehrheit als wesentlich für ethnokulturelle Kontinuität, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und demografische Souveränität und damit als legitimes politisches Ziel. Es ordnet dieses Ziel in umfassendere, von den Vereinten Nationen anerkannte Grundsätze ein, darunter das Selbstbestimmungsrecht der Völker und den Schutz nationaler oder ethnischer Identität. Das Dashboard ermöglicht es zu messen, wie die gegenwärtigen demografischen Entwicklungen die Zusammensetzung der europäischen Bevölkerungen verändern könnten und wie ein definiertes Remigrationsszenario diese Entwicklung umkehren könnte.

Diese institutionelle Perspektive bestimmt den Zweck des Projekts. Die Zahlen selbst bleiben bedingte Modellergebnisse, die aus den verfügbaren Daten und den ausdrücklich dargelegten Annahmen abgeleitet sind.


1. Was zeigt das Dashboard?

Das IFR-Demografie-Dashboard zeigt, wie sich das Verhältnis zwischen einheimischer und migrantischer Bevölkerung in 15 europäischen Ländern entwickeln könnte. Für die 14 vom IFR modellierten Länder stellt es zwei demografische Entwicklungspfade dar; Frankreich wird gesondert als externe Referenz gezeigt.

Die Status-quo-Projektion setzt die ausgewählten demografischen Trends fort und bestimmt den Kipppunkt: das erste Jahr, in dem die migrantische Bevölkerung 50 % der Gesamtbevölkerung überschreitet. Das Remigrationsszenario modelliert einen alternativen Migrationsverlauf und bestimmt den umgekehrten Kipppunkt: das erste Jahr, in dem der Anteil der migrantischen Bevölkerung unter 5 % fällt.

Diese Ergebnisse sind Projektionen, keine Vorhersagen. Sie zeigen, was sich aus den ausgewählten Ausgangsdaten und den Annahmen zu Geburten, Sterbefällen, Zuwanderung, Abwanderung und Remigration ergibt. Die genaue Definition der einheimischen und der migrantischen Bevölkerung unterscheidet sich zwischen den Ländern und wird in der jeweiligen Länderansicht angegeben; weitere Einzelheiten enthält die verlinkte Ländermethodik.


2. Warum ist die demografische Zusammensetzung von Bedeutung?

Bevölkerung ist nicht nur eine Gesamtzahl. Ihre Zusammensetzung prägt das gesellschaftliche und politische Umfeld, in dem sich Wahlen, Repräsentation, öffentliche Institutionen und kulturelle Weitergabe entwickeln. Die Forschung zeigt, dass demografische Konzentration und ein erwarteter Mehrheitswechsel politische Anreize, Gruppenwahrnehmungen und institutionelles Verhalten beeinflussen können, auch wenn die genauen Effekte je nach Land und Kontext variieren (siehe den Literaturüberblick in der vollständigen Methodik).

Das Institut verwendet den Begriff Bevölkerungsaustausch für den kumulativen Prozess, durch den anhaltende Ersetzungsmigration und der nachfolgende Generationenwandel die Bevölkerungszusammensetzung eines Landes verändern und seine einheimische Mehrheit zu einer Minderheit machen können.

Aus Sicht des Instituts bildet eine stabile einheimische Mehrheit die demografische Grundlage für ethnokulturelle Kontinuität, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und demografische Souveränität. Ethnokulturelle Kontinuität bezeichnet die Weitergabe einer historisch gewachsenen Kultur und kollektiven Identität über Generationen hinweg. Demografische Souveränität bezeichnet die Fähigkeit eines historisch gewachsenen Volkes, die langfristige Zusammensetzung und demografische Zukunft des eigenen Landes zu beeinflussen.

Das Dashboard macht diese Entwicklung messbar. Die Status-quo-Projektion zeigt die Richtung, die sich aus den ausgewählten demografischen Bedingungen ergibt, während das Remigrationsszenario untersucht, wie eine alternative Migrationspolitik diesen Verlauf umkehren und die Voraussetzungen für eine demografische Normalisierung schaffen könnte.


3. Wer gilt als einheimisch und wer als Migrant?

Das Dashboard teilt jede nationale Bevölkerung in zwei Modellgruppen: eine einheimische Bevölkerung und eine migrantische Bevölkerung. Zusammen bilden diese Gruppen die modellierte Gesamtbevölkerung.

Für jedes Land wird die migrantische Bevölkerung zum Ausgangszeitpunkt anhand der am weitesten gefassten verfügbaren nationalen Definition abgegrenzt, die sich mit hinreichend detaillierten, dokumentierten und reproduzierbaren alters- und geschlechtsspezifischen Daten abbilden lässt. Mit „am weitesten gefasst“ ist die definitorische und generationelle Reichweite der Bevölkerungskategorie gemeint, nicht einfach der höchste verfügbare Schätzwert. Wo mehrere tragfähige Konstruktionen bestehen, werden das gewählte Modell und die wichtigsten Alternativen in der jeweiligen Ländermethodik dokumentiert. Je nach Land kann die Definition auf dem Geburtsland der Person, dem Geburtsland ihrer Eltern, der Staatsangehörigkeit bei Geburt, einer amtlichen Herkunftsklassifikation oder der ethnischen Zugehörigkeit laut Zensus beruhen. Sie kann daher nur die Zuwanderer selbst oder auch identifizierbare Gruppen ihrer Nachkommen umfassen.

Die Begriffe einheimisch und Migrant dienen im gesamten Dashboard als gemeinsame Bezeichnungen, ihre genaue statistische Bedeutung ist jedoch länderspezifisch. Die für jedes Land verwendete Definition wird in seiner Länderbox angegeben und in der verlinkten Ländermethodik ausführlich dokumentiert.


4. Wie wird die Bevölkerungsprojektion berechnet?

Das Dashboard verwendet ein altersstrukturiertes Leslie-Matrix-Modell, ein Standardverfahren zur Fortschreibung von Bevölkerungen über die Zeit. Für jedes Land wird die Ausgangsbevölkerung nach einzelnen Altersjahren, Geschlecht und Bevölkerungsgruppe aufgegliedert.

Das Modell schreibt die Bevölkerung anschließend Jahr für Jahr fort. In jedem Jahresschritt gilt:

  1. Ausgangsbevölkerung
  2. Alterung und Überleben
  3. Geburten und Gruppenzuordnung
  4. Zuwanderung und Abwanderung
  5. Bevölkerung im Folgejahr
  1. überlebende Kohorten rücken in das nächste Alter auf;
  2. Geburten werden aus der Zahl und der Altersverteilung der Frauen berechnet;
  3. Neugeborene werden der Modellgruppe ihrer Mutter zugeordnet;
  4. Zuwanderung wird addiert und Abwanderung subtrahiert;
  5. die resultierende Bevölkerung ist der Ausgangspunkt für das folgende Jahr.

Kernpunkt

Die Ergebnisse sind keine lineare Fortschreibung der anfänglichen Bevölkerungsanteile. Selbst wenn die Annahmen zu Fertilität, Mortalität und Migration konstant bleiben, können sich Geburten, Sterbefälle und Bevölkerungsanteile verändern, wenn unterschiedlich große Kohorten durch die Bevölkerung wandern.


5. Was nimmt die Status-quo-Projektion an?

Die Status-quo-Projektion bildet den Referenzpfad des Dashboards. Sie fragt, wie sich die Bevölkerung entwickeln würde, wenn die ausgewählten demografischen Bedingungen fortdauerten.

Ihre wesentlichen Annahmen sind:

  • jedes Land beginnt mit den aktuellsten Bevölkerungsdaten, die die erforderliche Aufgliederung ermöglichen;
  • Fertilitäts- und Mortalitätsraten bleiben auf ihrem dokumentierten Ausgangsniveau konstant;
  • Zuwanderung und Abwanderung werden als getrennte Bruttomigrationsströme behandelt;
  • diese Ströme beruhen in der Regel auf dem beobachteten Jahresdurchschnitt von 2015 bis 2024;
  • ab dem einheitlichen Modellstart 2026 werden Zuwanderung und Abwanderung jährlich in konstanter Höhe fortgeschrieben;
  • es wird keine zusätzliche Remigration angesetzt.

Die Standardannahme zur Migration wendet länderübergreifend dieselbe Regel eines arithmetischen Zehnjahresdurchschnitts an und nutzt in der Regel den vollständigen Beobachtungszeitraum 2015-2024. Sie schließt einzelne Jahre nicht nachträglich aus und umfasst daher sowohl Phasen erhöhter Migration als auch die vorübergehenden Mobilitätsbeschränkungen während der COVID-19-Pandemie. Der resultierende Mittelwert bildet das im Jahrzehnt tatsächlich beobachtete Migrationsgeschehen ab und keinen konstruierten krisenfreien „Normalzustand“. Einzelne Jahre auszuschließen oder je nach Land unterschiedliche Glättungsregeln anzuwenden, würde zusätzliche Wertungen darüber erfordern, welche tatsächlich erfolgte Migration berücksichtigt werden soll, und die Vergleichbarkeit schwächen. Zuwanderung und Abwanderung als getrennte konstante Bruttomigrationsströme fortzuschreiben, bewahrt dieses beobachtete Migrationsgeschehen, statt den Wanderungssaldo automatisch mit der Bevölkerungsgröße verändern zu lassen.

Die Status-quo-Projektion unterstellt ebenfalls nicht, dass gruppenspezifische Fertilitätsraten in der Realität zwangsläufig unverändert bleiben. Wenn sich diese Raten angleichen, würden Fertilitätsunterschiede weniger zur langfristigen Auseinanderentwicklung der beiden Modellgruppen beitragen. Das Ausmaß dieses Effekts lässt sich ohne zusätzliche Annahmen zum Zeitpunkt, zur Geschwindigkeit und zum Endpunkt der Angleichung nicht bestimmen. Die Modellierung eines solchen Verlaufs würde Annahmen daher nicht beseitigen, sondern die Regel konstanter Raten durch andere Annahmen zum Übergangsverlauf ersetzen.

Für die erste Version behält das Dashboard daher bewusst die einfacheren Regeln als transparente und vergleichbare Status-quo-Projektion bei. Die Status-quo-Projektion sagt nicht voraus, dass die gewählten Bedingungen unverändert fortbestehen; sie zeigt deren langfristige Folgen, falls sie fortbestehen.


6. Was bedeutet der Kipppunkt von 50 %?

Der Kipppunkt ist das erste Modelljahr, in dem die migrantische Bevölkerung größer wird als die einheimische Bevölkerung. Er markiert eine eindeutige zahlenmäßige Mehrheitsumkehr innerhalb der gewählten Länderdefinition.

Der Schwellenwert von 50 % bedeutet nicht, dass sich eine Gesellschaft in einem einzigen Jahr abrupt verändert. Demografischer Wandel vollzieht sich über längere Zeiträume, und die Forschung hat Schwellen- und Antizipationseffekte in Bereichen wie Wohnortwechsel, Wahrnehmung zwischen Gruppen und politischer Repräsentation bereits vor einer nationalen Mehrheitsumkehr festgestellt (siehe den Literaturüberblick in der vollständigen Methodik). Das Dashboard stellt den Kipppunkt daher als Höhepunkt einer längeren Entwicklung dar und nicht als deren Beginn.

Für das Institut ist der Verlust einer einheimischen Mehrheit politisch bedeutsam, weil er die Bedingungen für ethnokulturelle Kontinuität, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und demografische Souveränität berührt. Dies ist die Deutung des Instituts für den modellierten Übergang; das Jahr selbst ist ein statistisches Ergebnis der genannten Annahmen.


7. Wie funktioniert das Remigrationsszenario?

Das Remigrationsszenario geht von denselben Annahmen zu Bevölkerung, Fertilität und Mortalität aus wie die Status-quo-Projektion. Nach dem einheitlichen Modellstart 2026 verändert es den Migrationsverlauf in vier Punkten:

  • die Zuwanderung Einheimischer bleibt auf dem Niveau der Status-quo-Projektion;
  • die Zuwanderung von Migranten wird auf 10 % des Niveaus der Status-quo-Projektion reduziert;
  • die Abwanderung im Basisszenario verändert sich proportional zur verbleibenden Bevölkerung der jeweiligen Modellgruppe;
  • auf die migrantische Bevölkerung wird ein zusätzlicher jährlicher Remigrationsstrom angewendet. Die jährliche Zahl beträgt unverändert 1 % der migrantischen Bevölkerung des Landes, wie sie in den zugrunde liegenden nationalen Ausgangsdaten erfasst ist.

Der feste Satz von 1 % ist ein demografischer Szenarioparameter und weder eine einzelne politische Maßnahme noch eine vorgegebene Kombination von Instrumenten. In der Praxis könnte sich der modellierte Rückgang aus einer Kombination von Rückführungen von Personen ohne Bleiberecht, freiwilliger Rückkehr, finanziellen und strukturellen Rückkehranreizen sowie einer Umkehr bestehender Push- und Pull-Faktoren ergeben. Obwohl Assimilation nicht Teil der Berechnung ist, könnte auch eine natürliche Assimilationsrate zu einem entsprechenden Rückgang der Migrantenbevölkerung beitragen und zunehmen, je dominanter und stabiler die einheimische demografische Mehrheit wird.

Die reguläre Abwanderung wird in diesem Szenario proportional behandelt, weil sie bei sinkender Migrantenbevölkerung sonst einen immer größeren Anteil der verbleibenden Bevölkerung ausmachen und den Rückgang mechanisch beschleunigen würde. Der zusätzliche Remigrationsstrom bleibt fixiert, weil er die ausdrücklich definierte Szenariokomponente und nicht die gewöhnliche Abwanderung abbildet.

Der umgekehrte Kipppunkt ist das erste Modelljahr, in dem der Migrantenanteil unter 5% fällt. Das Institut verwendet diesen Schwellenwert als theoretischen Endpunkt und möglichen Orientierungspunkt für demografische Normalisierung und Harmonisierung. Die Wiederherstellung einer stabilen einheimischen Mehrheit und die Herstellung eines demografischen Gleichgewichts, in dem fortgesetzte Zuwanderung und Assimilation die Kontinuität dieser Mehrheit nicht mehr infrage stellen, könnten bereits vor Erreichen dieses theoretischen Endpunkts eintreten.

Der Schwellenwert von 5 % ist ein vom Institut festgelegtes Szenarioziel und kein allgemeingültiger wissenschaftlicher Schwellenwert. Er bietet zudem eine grobe historische Orientierung, da die Anteile von Migranten oder ausländischen Staatsangehörigen in mehreren westeuropäischen Ländern vor dem Beginn der Ersetzungsmigration in der Nachkriegszeit um oder unter diesem Wert lagen. Die zugrunde liegenden historischen Zahlen und ihre unterschiedlichen Definitionen sind in der vollständigen Methodik dokumentiert.


8. Welche weiteren Annahmen prägen die Ergebnisse?

Wie jede langfristige demografische Projektion verwendet das Dashboard vereinfachende Annahmen, um ein einheitliches Modell auf alle Länder anzuwenden.

  • Das Modell bildet weder gruppenübergreifende Partnerschaften und Ehen noch eine eigenständige Bevölkerung gemischter Herkunft ab. Neugeborene werden der Modellgruppe ihrer Mutter zugeordnet; der Hintergrund des Vaters wird nicht gesondert modelliert.
  • Diese Zuordnung bleibt während der gesamten Projektion bestehen und kann daher über die generationelle Reichweite der nationalen Definition hinausgehen, die für die Ausgangsbevölkerung verwendet wird. Sie ist eine transparente Modellierungsregel und keine Aussage über individuelle Identität oder soziale Zugehörigkeit.
  • Diese Vereinfachung ist bewusst gewählt. Die erste Version des Dashboards ist als transparentes und vergleichbares Basismodell mit einer begrenzten Zahl von Annahmen konzipiert. Die Modellierung von Familien mit Eltern aus unterschiedlichen Gruppen, Assimilation oder späteren Übergängen zwischen Gruppen würde zusätzliche Regeln dazu erfordern, wann, wie schnell und unter welchen Bedingungen solche Übergänge stattfinden. Diese Regeln würden die Unsicherheit nicht beseitigen, sondern die derzeitige Klassifikationsregel durch komplexere Annahmen ersetzen, die ihrerseits empirisch validiert werden müssten. Das Basismodell versucht daher nicht, diese sozialen Prozesse vorherzusagen. Es lässt sie außerhalb des Modells, damit dessen Annahmen und ihre Auswirkungen verständlich bleiben und länderübergreifend einheitlich angewandt werden können.
  • Die Ausgangsbevölkerung umfasst nur jene Migrantengenerationen, die in den verfügbaren nationalen Statistiken identifizierbar sind. Statistisch nicht erfasste spätere Generationen werden nicht über Schätzungen ergänzt.
  • Fertilitätsunterschiede beruhen auf den am ehesten verfügbaren amtlichen Kategorien. In einigen Ländern sind diese Kategorien enger gefasst als die vom Modell verwendete Bevölkerungsdefinition.
  • Auf beide Modellgruppen wird in der Regel dasselbe alters- und geschlechtsspezifische Sterblichkeitsmuster angewendet, weil hinreichend detaillierte gruppenspezifische Mortalitätsdaten nicht durchgängig verfügbar sind.

Die länderspezifischen Auswirkungen dieser Annahmen werden in den verlinkten Ländermethodiken dokumentiert.


9. Lassen sich Länderergebnisse direkt vergleichen?

Das IFR-Projektionsmodell wird in den 14 modellierten Ländern einheitlich angewendet. Die zugrunde liegenden Bevölkerungsdefinitionen sind jedoch nicht vollständig harmonisiert. Einige Länder erfassen nur im Ausland geborene Personen, andere auch deren Kinder, spätere Nachkommen oder anhand ethnischer Kategorien definierte Gruppen.

Diese Unterschiede beeinflussen den anfänglichen Anteil der migrantischen Bevölkerung und müssen bei Ländervergleichen berücksichtigt werden. Portugal erfasst beispielsweise nur die im Ausland geborene Bevölkerung, während Irland und das Vereinigte Königreich ethnische Kategorien aus Volkszählungen verwenden.

Frankreich wird mit dem hohen Szenario des OID gesondert als externe Referenz dargestellt. Dessen Definition und Methodologie unterscheiden sich von den IFR-Projektionen. Das angezeigte Jahr um 2050 ist daher mit den IFR-Kipppunktjahren nicht direkt vergleichbar. Die Frankreich-Ländermethodologie erläutert Quelle und Bedeutung dieser Angabe.

Die genaue Definition wird in der jeweiligen Länderbox angezeigt. Quellen, Erfassung und länderspezifische methodische Entscheidungen sind über „Ländermethodik ansehen“ zugänglich.


10. Erfasst das Dashboard die migrantische Bevölkerung in vollem Umfang?

Nicht unbedingt. Das Dashboard kann nur jene Bevölkerungsgruppen modellieren, die in den verfügbaren nationalen Statistiken identifizierbar bleiben. Die meisten amtlichen Definitionen umfassen Zuwanderer und Teile der zweiten Generation, ordnen spätere Nachkommen aber nicht mehr der migrantischen Bevölkerung zu.

Dieser Verlust statistischer Sichtbarkeit bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Migrationsgeschichte einer Familie, ihre ethnische Zuordnung oder ihre Identifikation mit einem Herkunftsland verschwunden ist. Länder, in denen die Ersetzungsmigration früher einsetzte, können daher mehr Nachkommen der dritten, vierten und späterer Generationen außerhalb der statistisch beobachtbaren migrantischen Bevölkerung haben.

Deutschland veranschaulicht diese Einschränkung besonders deutlich. Das Modell verwendet die amtliche Definition des Migrationshintergrunds, die in der Regel Zuwanderer und ihre Kinder erfasst. Da die Ersetzungsmigration der Nachkriegszeit jedoch in den 1960er- und 1970er-Jahren einsetzte, sind erhebliche Teile der dritten und späterer Generationen nicht mehr gesondert identifizierbar.

Das Dashboard ergänzt diese statistisch nicht erfassten späteren Generationen nicht durch spekulative Schätzungen. Ihr Fehlen wird als Grenze der verfügbaren Daten dokumentiert.


11. Wie genau sind die berechneten Projektionsjahre?

Das Dashboard stellt szenarioabhängige demografische Projektionen dar, keine exakten Vorhersagen der Zukunft. Ergebnisse, die näher an der Gegenwart liegen, hängen unmittelbarer mit den beobachteten Ausgangsbedingungen zusammen, während weit entfernte Kipppunkte vor allem die langfristigen Folgen konstant gehaltener Annahmen zeigen.

Das angezeigte Jahr ist das erste Modelljahr, in dem der jeweilige Schwellenwert überschritten wird. Es ist ein Modellergebnis in Jahresauflösung und keine Vorhersage eines genauen Kalenderdatums.


12. Wie geht das Dashboard mit unvollständigen Daten um?

Unterschiede in den Definitionen und Lücken in den amtlichen Statistiken bestimmen, was berechnet werden kann, sind aber kein Grund, langfristigen demografischen Wandel unerforscht zu lassen. Das Dashboard verwendet die besten verfügbaren amtlichen Daten, legt die Annahmen offen, die nötig sind, um sie nutzbar zu machen, und stellt länderspezifische Dokumentation bereit, wo die statistische Grundlage abweicht.

Das Institut betrachtet transparente Definitionen, reproduzierbare Berechnungen und vollständigere demografische Statistiken als Voraussetzungen für eine ehrliche öffentliche Debatte. Wo amtliche Daten die Entwicklung der migrantischen Bevölkerungen über Generationen hinweg nicht vollständig beschreiben können, sollte dieses Fehlen sichtbar gemacht werden und die Forderung nach einer besseren Datenerhebung stärken.


13. Fragen zu Reichweite und Interpretation

Warum umfasst die migrantische Bevölkerung auch Migranten aus anderen europäischen Ländern?

Das Dashboard folgt den gewählten nationalen statistischen Definitionen. Eine durchgängig verfügbare außereuropäische Aufgliederung mit der erforderlichen Detailtiefe nach Alter, Geschlecht und Generation existiert nicht in allen Ländern.

Europäische Herkunft ist zudem nicht gleichbedeutend damit, in einem bestimmten Land einheimisch zu sein. Anhaltende innereuropäische Migration kann die Bevölkerungszusammensetzung eines Landes ebenfalls verändern. Das relative Gewicht innereuropäischer und außereuropäischer Migration unterscheidet sich erheblich zwischen den Ländern; die Schweiz ist ein bemerkenswerter Fall, in dem innereuropäische Migration einen großen Teil der erfassten migrantischen Bevölkerung ausmacht. Die Einbeziehung dieser Gruppen bedeutet nicht, dass alle Formen der Migration identische kulturelle oder politische Folgen haben.

Behandelt das Modell alle Migrantengruppen gleich?

Nein. Das Modell fasst unterschiedliche Migrantengruppen zu einer gemeinsamen analytischen Modellgruppe zusammen; daraus folgt jedoch nicht, dass sie identische demografische, kulturelle oder politische Merkmale aufweisen. Eine einheitliche Untergliederung nach Religion, Abstammung oder Herkunftsregion ist nicht für alle Länder in der erforderlichen Detailtiefe nach Alter, Geschlecht und Generation verfügbar. Solche Unterscheidungen nur dort einzuführen, wo entsprechende Daten verfügbar sind, würde die Vergleichbarkeit verringern. Die Ergebnisse gelten daher für die zusammengefasste migrantische Bevölkerung, wie sie für das jeweilige Land definiert ist.

Sagt die Zugehörigkeit zur migrantischen Bevölkerung etwas über Staatsangehörigkeit oder Rechtsstatus aus?

Nicht unbedingt. Je nach Länderdefinition kann die migrantische Bevölkerung ausländische Staatsangehörige, eingebürgerte Staatsangehörige und im Inland geborene Nachkommen umfassen. Die Kategorie beschreibt die statistisch definierte Bevölkerungsgruppe, nicht den Rechtsstatus einer einzelnen Person.

Warum werden Assimilation und Familien unterschiedlicher Herkunft nicht gesondert modelliert?

Das Modell verwendet eine Zuordnungsregel mit zwei Gruppen: Neugeborene werden der Modellgruppe ihrer Mutter zugeordnet und behalten diese Zuordnung während der gesamten Projektion bei. Damit werden weder Familien unterschiedlicher Herkunft noch Assimilation bestritten; ebenso wenig ist dies eine Aussage über individuelle Identität.

Die erste Version begrenzt die Zahl der Annahmen bewusst, damit dasselbe transparente Modell länderübergreifend angewendet werden kann. Die Modellierung beider Elternteile, von Assimilation oder späteren Übergängen würde zusätzliche Regeln zur Klassifikation sowie zum Zeitpunkt, zur Geschwindigkeit und zu den Bedingungen solcher Übergänge erfordern. Diese Regeln würden die Unsicherheit nicht beseitigen, sondern die derzeitige Vereinfachung durch komplexere Annahmen ersetzen. Diese Prozesse bleiben daher außerhalb des Basismodells und werden als Einschränkung ausgewiesen.

Warum nimmt das Modell keine Angleichung der Fertilitätsraten an?

In der Status-quo-Projektion werden die dokumentierten gruppenspezifischen Fertilitätsraten konstant gehalten. Dies ist eine Annahme der Status-quo-Projektion und keine Vorhersage, dass die Raten in der Realität unverändert bleiben.

Wenn sich die Raten angleichen, würden Fertilitätsunterschiede weniger zur langfristigen Auseinanderentwicklung der beiden Modellgruppen beitragen als in der Status-quo-Projektion. Die Modellierung einer Angleichung würde Annahmen zu ihrem Zeitpunkt, ihrer Geschwindigkeit und ihrem Endpunkt erfordern. Damit würde ein neues Übergangsszenario eingeführt, nicht Unsicherheit beseitigt. Die erste Version behält daher die einfachere Regel konstanter Raten bei und weist die Ergebnisse als szenarioabhängig aus.

Warum verwendet das Dashboard den Migrationsdurchschnitt der Jahre 2015-2024?

Die Status-quo-Projektion verwendet in der Regel den arithmetischen Mittelwert des vollständigen Beobachtungszeitraums 2015-2024. Dieser umfasst sowohl Phasen erhöhter Migration als auch die vorübergehenden Mobilitätsbeschränkungen während der COVID-19-Pandemie.

Damit soll das im Jahrzehnt tatsächlich beobachtete Migrationsgeschehen abgebildet werden, nicht ein krisenfreier „Normalzustand“ konstruiert werden. Einzelne Jahre nachträglich auszuschließen, würde eine Wertung darüber erfordern, welche tatsächlich erfolgte Migration berücksichtigt werden soll, und die einheitliche Behandlung der Länder schwächen. Der Zehnjahresdurchschnitt verringert den Einfluss eines einzelnen Jahres, während der vollständige Beobachtungszeitraum erhalten bleibt. Er ist eine Annahme der Status-quo-Projektion und keine Vorhersage, dass die jährliche Migration unverändert bleiben wird.

Wie realistisch ist die Annahme von 1 % im Remigrationsszenario?

Die angenommene Größenordnung liegt innerhalb der Bandbreite internationaler Mobilität, die bereits heute beobachtet wird. Für Deutschland entspricht 1 % der Ausgangsbevölkerung mit Migrationshintergrund rund 259.000 Menschen pro Jahr. Im Modell stehen dem rund 345.000 im Basisszenario abwandernde Menschen mit Migrationshintergrund und jährlich mehr als eine Million zuwandernde Menschen mit Migrationshintergrund gegenüber.

In den 14 vom IFR modellierten Ländern entspricht die 1-%-Annahme rund 890.000 Personen pro Jahr. Die Modelleingaben umfassen jährlich rund 1,62 Millionen reguläre Auswanderer aus der migrantischen Bevölkerung und 3,97 Millionen migrantische Einwanderer. Der zusätzliche Remigrationsstrom liegt damit unter dem Umfang der Wanderungsbewegungen, die bereits heute stattfinden.

Remigration darf nicht mit Abschiebung oder einer anderen einzelnen politischen Maßnahme gleichgesetzt werden. In der Praxis könnte sich der modellierte Rückgang aus einer Kombination von Rückführungen von Personen ohne Bleiberecht, freiwilliger Rückkehr, finanziellen und strukturellen Rückkehranreizen sowie einer Umkehr bestehender Push- und Pull-Faktoren ergeben. Das Modell legt nicht fest, welcher Anteil auf den jeweiligen Mechanismus entfällt. Assimilation ist nicht Teil der Berechnung, könnte in der Realität jedoch zu einem entsprechenden Rückgang der Migrantenbevölkerung beitragen.

Über lange Zeiträume summiert sich der konstante jährliche Remigrationsstrom zu größeren Gesamtzahlen. Zugleich werden demografische Projektionen umso unsicherer, je weiter ihre Ergebnisse in die Zukunft reichen. Langfristige Kipppunkte sind daher nicht als präzise Vorhersagen eines bestimmten Jahres zu verstehen.

Das demografische Modell behandelt keine Fragen der rechtlichen, politischen oder administrativen Umsetzung. Es macht transparent, welche langfristige Bevölkerungsentwicklung sich unter den ausdrücklich genannten Annahmen ergeben würde.

Demografische Transparenz ist ein demokratisches Prinzip

Bürger sollten das Recht haben, zu verstehen und unabhängig zu prüfen, wie sich die Bevölkerung ihres Landes verändert. Sie sollten nicht allein von der begrenzten Auswahl, den Kategorien und den aggregierten Tabellen abhängig sein, die staatliche Stellen veröffentlichen. Demografische Daten, die mit öffentlichen Mitteln erhoben werden, sollten als Teil der öffentlichen Informationsinfrastruktur behandelt werden.

Das Institut fordert daher harmonisierte europäische Standards, transparente Definitionen, maschinenlesbare Veröffentlichungen und einen möglichst weitreichenden öffentlichen Zugang zu anonymisierten zugrunde liegenden Daten. Einschränkungen, die zum Schutz der Privatsphäre Einzelner erforderlich sind, müssen beachtet werden; sie sollten jedoch nicht als pauschale Rechtfertigung dienen, nicht personenbezogene demografische Informationen zurückzuhalten. Mehr Transparenz würde Bürgern, Journalisten und unabhängigen Forschern ermöglichen, amtliche Aussagen zu überprüfen, eigene Analysen durchzuführen und differenziertere Modelle zu entwickeln.


14. Wo lassen sich die Quellen und die vollständige Methodik einsehen?

Diese Seite bietet eine knappe Erläuterung der Funktionsweise des Dashboards. Die vollständige herunterladbare Methodik enthält die gesamte Modellspezifikation, Formeln, Annahmen, Remigrationsparameter, den Forschungsstand sowie Kapitel zu den einzelnen Ländern mit ihren wichtigsten Quellen.

Länderspezifische Definitionen, Datenaufbereitung und methodische Entscheidungen sind auch direkt über „Ländermethodik ansehen“ in der entsprechenden Länderbox zugänglich.

Vollständige Methodik herunterladen (PDF)